Die Chinotto (Citrus myrtifolia, auch: Citrus aurantium var. myrtifolia) stammt vermutlich aus China und ist neben Calamondin und Kumquat hierzulande eine der häufigsten Ziersorten unter den Citruspflanzen. Da ihre Ursprünge in den Bitterorangen zu finden sind, führt man sie auch als Citrus aurantium var. myrtifolia. Charakteristisch für die Chinotto ist der enge Blattabstand: die spitz zulaufenden, fast "dreieckigen" Blätter folgen an den Zweigen dachziegelgleich sehr eng aufeinander und überlappen sich. Damit ähneln sie im Aussehen den Myrten, von denen sie ihren botanischen Namen haben (myrtifolia=myrtenbättrig).
Die Zweige streben zunächst straff und wenig verzweigt nach oben. Durch das Gewicht des alljährlichen Fruchtbesatzes neigen sich ihre Enden zunehmend über, so dass eine rundlichere Kronenform entsteht. Der jährliche Zuwachs ist gering, weshalb sich Chinottos zur Erziehung als Bonsai eignen. Die Blüten sind 2-2,5 cm groß, weiß und mit einem süßlich-herben Duft ausgestattet.
Der Flor beginnt im Frühling etwa 4-6 Wochen nachdem die letzte Frucht geerntet ist, kann sich je nach Überwinterung und Pflanzenkonstitution in die Sommermonate verschieben. Die Früchte sind mandarinenförmig und -farbig und sitzen oft in dichten Büscheln an den Zweigen. Ihr Fruchtfleisch ist sauer und bitter und eignet sich wie die Calamondin sehr gut zum Einkochen von Marmeladen oder als Gewürze beim Kochen. Der Saft wird in Italien vielen Digestifs zugesetzt und ist außerdem in Campari enthalten. Unter dem Namen Chinotto ist auch ein Erfrischungsgetränk auf dem Markt, das hauptsächlich aus dem Saft der Frucht hergestellt wird. Charakteristisch sind die dunkle Färbung und der bitter-süße Geschmack.